Von Julia Witt
Wer von seinem Bulgarien-Urlaub vor allem einen schönen Strand und Rundumverpflegung erwartet, ist in den Resorts Gold- oder Sonnenstrand bestens aufgehoben. Die bulgarischen Hochburgen des Pauschaltourismus (2 Wochen All-Inkl. im Hotel „Gladiola Star“ in Varna am Goldstrand ab 569 Euro p. P. über L’Tur) sind zwar verbaut, bieten aber viele Vergnügungen.
Doch an der Küste des Schwarzen Meeres gibt es viel mehr zu entdecken als Strand und Party. Kulinarisches, Kultur und einen Hauch von Luxus.
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Strand, Party, Kultur: Varna und Nessebar
Eine Alternative zu Gold- und Sonnenstrand ist das Resort Sveti Konstantin i Elena in der Nähe von Varna. Hier haben die Hotels noch einen sozialistischen Charme, dafür sind die Garten- und Poolanlagen und der Blick aus dem 12. Stock auf das Meer wunderschön. Zusätzlicher Pluspunkt: Die Stadt Varna mit 400 000 Einwohnern ist nur acht Kilometer entfernt. Dort lohnt sich ein Bummel durch den herrlich angelegten Primorski Park am Meer. Abends wird an der Strandpromenade gefeiert.
Nur wenige Kilometer hinter Sonnenstrand liegt Nessebar, dessen Altstadt 1983 von der Unesco zum Weltkulturerbe erkoren wurde. In der Vorsaison haben Besucher noch genügend Platz und Ruhe, durch die Gässchen zu schlendern und sich die typischen Holzhäuser anzusehen. Schön ist der Blick von den zahlreichen kleinen Restaurants auf das Meer.
• Grand Hotel Varna, DZ AI ab 89 Euro, www.grandhotelvarna.com/de
• Marina Palace in Nessebar, DZ ab 75 Euro mit Frühstück, www.marinapalacebg.com
Das stille Nest
Erschrecken Sie nicht: Die Zufahrt zum Botanischen Garten in Balchik ist gesäumt mit Touristen-Buden, die kitschige Souvenirs verkaufen. Da müssen Sie durch, es lohnt sich. Der Garten bietet mehr als 2500 Pflanzenarten. Die Bulgaren sind besonders stolz auf die Kakteensammlung, viel schöner sind aber die kleinen Pavillons, der Rosengarten, die Wasserfälle und vor allem das „stille Nest“ der rumänischen Königin Maria. Sie ließ 1924 den Garten rund um ihre Sommerresidenz anlegen, und in besagtem Nest soll sie viele Männer, selten aber ihren Ehemann getroffen haben. Wer den Ausgang am Meer nutzt, kann zurück ins Zentrum Balchiks laufen.
• Im Sommer tägl. 8–20 Uhr, Eintritt 2,50 Euro, www.dvoreca.com
Muscheln satt
Das Essen rund ums Schwarze Meer ist sehr gut, wenn Sie nicht touristisch, sondern typisch bulgarisch bestellen. Dazu gehört unbedingt Kjopolu (würzige Auberginenpaste), Sopska- Salat (mit Schafskäse) und gegrillter Fisch. Der einheimische Schnaps (z. B. Rakija) wird in Bulgarien übrigens schon vor dem Essen getrunken, und zwar aus Wassergläsern. Genießen Sie ein Muschelessen fernab von jedem Touristentrubel. Auf der einsam gelegenen Miesmuschelfarm Dalboka in der Nähe von Balgarevo sitzen Sie an rustikalen Tischen direkt am Meer. Lohnenswertes Dessert: Muscheln mit Apfelfüllung und Sahne.
• Muschelfarm Dalboka, Hauptgänge ab etwa 4 Euro, www.dalboka.com
Luxuriös einlochen
Bulgarien versucht, sein Image als Pauschalreiseziel loszuwerden, und der 18-Loch-Golfplatz „Thracian Cliffs“ in Kavarna kann dazu beitragen. Selten passt der Begriff „spektakulär“ so gut wie zu diesem 110-Millionen-Dollar-Projekt, das Anfang Juni eröffnet wurde. An Loch 6 gibt es eine Klippe von 40 Metern zu überwinden, an Loch 7 muss der Ball 200 Meter über das Meer fliegen. Sie ahnen es: Der Platz ist nichts für Anfänger.
Quelle: Bild.de



